„Wann ist die beste Zeit für ein Shooting?“ – das werde ich oft gefragt. Die ehrliche Antwort: Es gibt keine schlechte. Jede Jahreszeit im Weinviertel bringt ihr eigenes Licht, ihre eigenen Farben und ihre eigene Stimmung mit. Die Frage ist eher, welche davon zu euch passt.

März bis Mai
Nach dem Winter wirkt alles wie frisch gewaschen. Das Grün ist noch hell und zart, die Obstbäume blühen, und rund um die Weingärten leuchten Löwenzahnwiesen und Rapsfelder. Wer Farbe mag, bekommt sie hier ohne Zutun.
Auch die Hunde sind im Frühling meist in Bestform: ausgeruht, neugierig, voller Bewegungsdrang. Für Bewegungsbilder und alles, was nach Aufbruch aussieht, ist das die dankbarste Zeit im Jahr. Und wer einen Welpen hat, sollte ohnehin nicht lange warten – die kleinen Proportionen sind schneller weg, als man denkt.
Gut zu wissen: Blütezeiten dauern oft nur ein bis zwei Wochen. Wenn du ein bestimmtes Motiv im Kopf hast – Kirschblüte, Raps, Löwenzahn – melde dich lieber früh, dann halte ich dir ein Zeitfenster frei.
Caisy nimmt den Frühling mit Würde: Sie sucht sich den sonnigsten Fleck, setzt sich hin und lässt sich bewundern. Loki hat die Jahreszeit anders verstanden – mehr Gras, mehr Gerüche, mehr Gründe zu rennen.

Juni bis August
Der Sommer ist die Zeit der goldenen Stunden. Wir starten entweder kurz nach Sonnenaufgang oder ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang – dann steht die Sonne tief, das Licht wird weich und warm, und im Gegenlicht bekommt jedes Fell einen leuchtenden Rand.
Tagsüber weichen wir in den Schatten aus: an Waldränder, unter Bäume, ans Wasser. Wenn dein Hund gerne schwimmt, ist der Sommer ohnehin unschlagbar – nasse Hunde, Sprünge, Tropfen im Gegenlicht. Das sind Bilder, die man den Rest des Jahres nicht bekommt.
Gut zu wissen: Für dunkle und dichtfellige Hunde plane ich im Hochsommer bewusst nur die frühen oder späten Stunden ein. Lieber um sechs Uhr früh aufstehen als einen Hund in der Mittagshitze arbeiten lassen.
Caisy findet den Sommer grundsätzlich gut, solange jemand den Schatten trägt. Loki hat letztes Jahr entdeckt, dass Wasser spritzt, wenn man hineinspringt – und ist seitdem nicht mehr zu bremsen.

September bis November
Wenn ich eine Lieblingsjahreszeit nennen müsste, wäre es der Herbst. Das Laub färbt sich, die Sonne steht auch mittags tief genug für schönes Licht, und an ruhigen Morgen liegt Nebel über den Weingärten – eine Stimmung, die man nicht nachbauen kann.
Dazu kommen angenehme Temperaturen: Hunde können länger arbeiten, ohne zu hecheln, und Menschen frieren noch nicht. Die Farben von Herbstlaub und Erdtönen passen außerdem zu fast jedem Fell – von hellem Creme bis zu tiefem Schwarz.
Gut zu wissen: Die schönsten Nebelmorgen lassen sich nicht planen. Wenn du flexibel bist und kurzfristig kannst, sag mir Bescheid – bei passender Wetterlage melde ich mich dann spontan.
Loki sammelt im Herbst Blätter. Nicht im übertragenen Sinn – er trägt sie tatsächlich herum. Caisy kommentiert das mit dem Blick einer Frau, die schon viele Herbste gesehen hat.

Dezember bis Februar
Der Winter wird unterschätzt. Ohne Schnee wirkt draußen vieles gedämpft – genau das macht Ton-in-Ton-Bilder so schön: zarte Beige-, Grau- und Brauntöne, in denen der Hund die einzige klare Farbe im Bild ist. Und wenn doch Schnee liegt, wird es ohnehin märchenhaft.
Die Tage sind kurz, dafür bleibt das Licht den ganzen Tag über weich – wir sind nicht auf zwei Stunden am Morgen und Abend angewiesen. Und für alle, denen es draußen zu kalt ist, gibt es drinnen Caisys Schatzkiste: Zinkeimer, Vintage-Koffer und ein Berg Teddybären, ganz ohne Wetterbericht.
Gut zu wissen: Ein Gutschein für ein Frühjahrsshooting ist ein schönes Weihnachtsgeschenk – und ihr sichert euch damit gleich einen der begehrten Termine zur Blütezeit.
Caisy war es draußen im Winter immer zu kalt – ihr Revier war das Wohnzimmer, am liebsten mit Decke und Halstuch. Loki friert nicht. Loki weiß vermutlich nicht einmal, was das ist.
Dann verschieben wir. Regen, Sturm oder dreißig Grad im Schatten sind für niemanden angenehm – am wenigsten für deinen Hund. Ein kurzfristiges Verschieben ist bei mir jederzeit möglich und kostet nichts. Leichter Nieselregen dagegen ist kein Ausschlusskriterium: Nasses Fell, ein grauer Himmel und eine ruhige Stimmung ergeben oft die eindringlichsten Bilder eines ganzen Jahres.
Zwei bis drei Tage vor dem Termin schauen wir gemeinsam auf die Vorhersage und legen die genaue Uhrzeit fest. So haben wir die beste Chance auf das Licht, das wir uns vorgestellt haben.
Erzähl mir von deinem Hund und davon, was du dir vorstellst – ich sage dir gern, wann wir das am schönsten hinbekommen.
Schreib mir